Schmerzfreie Blutzuckermessung bald möglich?

Die für die Therapie von Diabetikern erforderlichen Blutzuckermessungen erfordern derzeit einen –zumindest anfänglich -  leicht schmerzhaften Nadelstich, um Blut z.B. aus dem Finger zu entnehmen, der  auf einen Teststreifen aufgetragen wird. Der Teststreifen mit dem Blutstropfen wird dann in ein modernes Messgerät gesteckt, das sekundenschnell den Glucosegehalt anzeigt. So kann der Diabetiker selbst seinen Blutzucker messen und seine Medikation und Ernährung darauf abstellen, was für die Therapie und zur Vermeidung von Folgeerkrankungen sehr wichtig ist.  Die hierzu erforderliche Stechhilfe und Lanzetten wurden jedoch in den letzten Jahren so verbessert, dass nach einer Eingewöhnungszeit der kleine Pikser meist nur noch wenig wahrgenommen wird.

Seit Jahrzehnten wurden verschiedene  - sogenannte nicht invasive -  Messmethoden erprobt, die ganz ohne Blut und den unangenehmen Nadelstich auskommen. Denn sicher ist, dass auch Schweiß, Feuchtigkeit auf der Haut, Tränenflüssigkeit, Speichel  und andere Körperflüssigkeiten  Rückschlüsse auf den Blutzuckergehalt geben können. Jedoch gelten alle erprobten Methoden bisher als nicht zuverlässig genug, bzw. als zu aufwändig.

Auch die Messung des Harnzuckers im Urin gilt als zu ungenau und kann nur  grobe Anhaltswerte für die Höhe des Blutzuckers geben.

Als sehr erfolgversprechend galten die Messversuche der schweizer Firma Solaris, die per „Sensoren“ durch die Haut hindurch mit Lichtstrahlen gemessen hat. Doch auch dies über zehnjährige Forschungsprojekt der Schweizer scheiterte im letzten Jahr durch Insolvenz des Unternehmens.

Die Firma C8 Medisensors, USA, will nun ebenfalls ein mit „Licht“ funktionierendes Gerät auf den europäischen Markt bringen. Hierzu wird ein gut 100 Gramm schweres Messgerät, das etwa 6 x 6 cm groß und 2,4cm dick ist, auf der Haut getragen, so dass über längere Zeit - mindestens jedoch für 30 Minuten -  mehrfach gemessen und daraus ein Blutzuckerwert ermittelt wird. Dieser kann per App auf ein Smartphone des Diabetikers übertragen und so komfortabel  angezeigt werden.

Sobald nämlich Glukose im Blut von einem Lichtstrahl getroffen wird, erzeugt dies ein einzigartiges Schwingungsmuster, das wiederum ein spezifisches Farbspektrum hervorbringt - etwa wie ein Abbild der Glukosekonzentration. Auf diese Weise wird  der Glukosegehalt unter der Haut gemessen, ganz ohne Blutentnahme. Das Verfahren ist schmerzfrei, jedoch kann es zu Haut-Erwärmungen und Haut-Irritationen in der Nähe des Gerätes kommen, dass am Oberkörper mit einem Bauchgurt befestigt wird. Das Messgerät soll ca. 4.000 US$ kosten, einschließlich Zubehör,  wie  aufladbare Batterien und Gel. Das Gerät ist für einen mindestens vierjährigen Gebrauch ausgelegt, was somit zu jährlichen Kosten von rd. 1.000 US$ für den Diabetiker führt. Die Kosten werden derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen.

Nach Angaben des Herstellers ist die Mess-Methode als Ergänzung zur herkömmlichen Methode mit Blutzucker-Teststreifen gedacht. Die bewährten Teststreifen sind also nach wie vor zur Referenzmessung erforderlich, um für die Therapie erforderliche zuverlässige Messwerte zu erhalten.