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Unterzuckerung

Der Fachbegriff für diese Stoffwechselentgleisung der Unterzuckerung ist Hypoglykämie und wir übersetzt mit „zu wenig Zucker im Blut“. Eine „Hypo“ liegt vor, wenn weniger als 60 mg/dl bzw. 3,3 mmol/l Glucose im Blut enthalten ist. Dies kann sowohl den Typ-1 als auch den Typ-2-Diabetikern passieren – sofern diese mit blutzuckersenkenden Medikamenten behandelt werden. Eine Grenze wird oftmals mit dem behandelnden Arzt besprochen.  

Als Ursache können verschiedene Auslöser festgelegt werden, klassische Beispiele sind folgende:

  • Bolus abgegeben und Mahlzeit ausgesetzt
  • Zu viel Bewegung
  • Insulininjektion in den Muskel (sorgt für schnelle Wirkung)
  • Insulindosis falsch berechnet

Ein weiterer und unterschätzter Auslöser für eine Hypoglykämie ist die Wärme. Oftmals merken Menschen mit Diabetes vermehrt im Sommer oder im Strandurlaub, dass sie weniger Insulin benötigen, denn die Zellen werden empfindlicher durch die Auswirkung der Sonne auf den Körper – trotz weniger Bewegung!

Bei einem Stoffwechselgesunden sorgt der Körper eigenständig für die Regulierung des Blutzuckerspiegels. In diesen Situationen setzt der Organismus Hormone frei, die dem Insulin gegenwirken. Bei einem Diabetiker ist diese Gegenregulation nicht mehr oder nur eingeschränkt verfügbar, sodass dieser durch die Aufnahme von „schnellen Kohlenhydraten“ für einen Ausgleich des Glucosehaushaltes sorgen muss.

Anzeichen für eine Hypoglykämie sind unter anderem:

  • Kaltschweiß
  • Herzrasen
  • Blässe
  • Zittern
  • Heißhunger
  • Innere Unruhe

Bei einem weiteren Abfall des Blutzuckers können auch folgende Symptome auftreten:

  • Sprachstörungen
  • Verhaltensstörungen
  • Sehstörungen
  • Verwirrung

Da bei öfter auftretenden Unterzuckerungen die Schwelle der Wahrnehmung weiter sinkt, kann die Folge sein, dass die Warnzeichen / Symptome nicht mehr ausreichend wahrgenommen oder definiert werden können. Diese Situation wird als Unterzucker-Wahrnehmungsstörung oder auch als Hypoglykämie-Wahrnehmensstörung bezeichnet.

Fällt die Wahrnehmung des Körpers aus, kann eine schwere Unterzuckerung bis zur Bewusstlosigkeit führen. Oftmals können auch Partner, Verwandte oder Freunde die Änderungen des Verhaltens gut deuten, dann sollten schnell Kohlenhydrate zugeführt werden.

Geeignete schnelle Kohlenhydrate sind:

  • Traubenzucker
  • Flüssige zuckerhaltige Lösungen (zB: Jubin, HypoKit, etc.)
  • Cola (keine light!)
  • Fruchtsaft, wie Apfelsaft

Anschließend sollte noch etwas Kohlenhydrat- und Fetthaltiges zu sich genommen werden. Das dient dazu, dass die schnell wirksamen Kohlenhydrate nicht sofort wieder abgebaut werden und es erneut zu einer Hypo kommt.

Achtung

Kommt es bei einer schweren Unterzuckerung zur Bewusstlosigkeit, sollte dringend ein Notarzt gerufen werden. Es sollte in dieser Situation kein zuckerhaltiges Getränk oder Traubenzucker eingeflößt werden, denn die Erstickungsgefahr ist zu groß! Liegt eine Glukagon-Notfallspritze vor, sollte diese injiziert werden und – beim Vorliegen einer Insulinpumpe – die Insulinzufuhr unterbrochen werden.