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Begriff Definition
Antidiabetika

Medikamente, die den Blutzucker senken, werden als Antidiabetika bezeichnet. Dabei gibt es mehrere Substanzgruppen: Insulinpräparate, α-Glucosidase-Hemmer, Sulfonylharnstoffe, Biguanide, Glinide, Insulin-Sensitizer, Inkretinmimetika, Amylin-Analoga. Sie senken durch ganz unterschiedliche Wirkweisen den Blutzuckerspiegel.

Auslöser

Es gibt unterschiedliche Ansätze und Hypothesen dazu, welche Einwirkungen die Entstehung von Diabetes begünstigen bzw. die Krankheit auslösen können. Oft werden in diesem Zusammenhang bestimmte Krankheiten erwähnt, wie z. B. Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Hormon- oder Stoffwechselerkrankungen. Es wird vermutet, dass Infektionen wie Masern oder Röteln die Erkrankung an Typ- 1-Diabetes beinträchtigen können. Anscheinend können auch einige Medikamente wie z. B. Kortison oder blutdrucksenkende Medikamente zum Ausbruch der Krankheit beitragen. Exakte Erkenntnisse bezüglich der Krankheitsauslöser sind aber noch nicht vorhanden und werden weiterhin erforscht.

Blutzucker

Unter dem Begriff Blutzucker versteht man im Allgemeinen die Höhe des Glukoseanteils im Blut, auch Blutzucker- oder Glukosespiegel genannt. Glukose stellt einen wichtigen Energielieferanten des Körpers dar, da vor allem die roten Blutkörperchen und das Nierenmark Glukose zur Energiegewinnung benötigen. Bei den meisten Typ 2-Diabetikern reicht in der Regel die Messung des Urinzuckers aus. Dieser gibt jedoch nur an, ob der Blutzuckerwert über 180 mg/dl liegt (Nierenschwelle). Für den Insulin spritzenden Diabetiker ist es jedoch notwendig, dass er seine genauen Blutzucker-Werte kennt, da er sie zur Berechnung seiner Insulindosis und zur Erkennung und Prophylaxe von Unterzuckerungen benötigt.

Blutzuckerbelastungsprobe

Unter dem Begriff „Blutzuckerbelastungsprobe“ versteht man die Zufuhr von definierten Traubenzuckermengen zur Prüfung der Glucosetoleranz bei Verdacht auf – noch symptomlose – Zuckerkrankheit (= asymptomatischer Diabetes mellitus). Dieser Test wird in oraler Form, d. h. durch Verabreichung eines Probetrunks mit Glukose durchgeführt. Ein Glukosetoleranztest kann auch in intravenöser Form durch das Spritzen einer Glukoselösung erfolgen. Im Anschluss daran werden bei beiden Tests mehrfach die Blutzuckerwerte bestimmt.

Blutzuckergedächtnis

Eine Sonderform des Hämoglobin, das HbA1c, ist in der Lage, den Blutzuckerverlauf über maximal drei Monate widerzuspiegeln und wird deswegen auch das „Blutzuckergedächtnis“ genannt.

Blutzuckermessung

Der Blutzucker wird aus einer Blutprobe, meist aus Kapillarblut gemessen. Als Maßeinheit dient in den meisten Ländern die Einheit mmol/l (Millimol pro Liter). Da die Umstellung in den alten Bundesländern seit 1954 nie durchgeführt wurde, wird dort immer noch mit der veralteten Einheit mg/dl (Milligramm pro Deziliter) gemessen. Ebenso verhält es sich u. a. in den USA, Frankreich und in Japan. Aus diesem Grund gibt es Messgeräte, die das Ergebnis wahlweise in mg/dl oder in mmol/l anzeigen. Da der Umrechnungsfaktor zwischen beiden Einheiten größer als die üblichen Schwankungen des Blutzuckerspiegels ist, kann man die Maßeinheit schon anhand der Größenordnung des abgelesenen Wertes erkennen (< 25 → mmol/l und > 25 → mg/dl).

Umrechnung: 1 mmol/l = 18,0182 mg/dl

Der Blutzuckerspiegel kann heutzutage mit kleinen Messgeräten sehr schnell bestimmt werden. Dabei gibt es unterschiedliche Messmethoden. (Siehe auch Messmethoden!)

Blutzuckerspiegel

Siehe Blutzucker!

Broteinheit

Eine Broteinheit (BE), ist eine Einheit zur Berechnung des Gehalts an bestimmten Kohlenhydraten in Speisen. Diese Berechnungsart wird oft im Rahmen einer Ernährung bei Diabetes mellitus verwendet. Sie bezeichnet eine Menge von 10 - 12 Gramm an Kohlenhydraten. Seit einiger Zeit wird der Begriff Kohlenhydrateinheit (KE, oder KHE) synonym angewandt. Die Koexistenz beider Einheiten führt immer wieder zu Unsicherheiten. Nach der deutschen Diätverordnung kann eine Broteinheit als die Menge eines Nahrungsmittels, das 12 Gramm an verdaulichen und damit blutzuckerwirksamen Kohlenhydraten in unterschiedlicher Zucker- und Stärkeform enthält, definiert werden. 12 Gramm Kohlenhydrate entsprechen hierbei einem Brennwert von 48 kcal. In Kohlenhydrat-Austauschtabellen lässt sich nachschauen, wie viel Gramm eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels einer Broteinheit oder Kohlenhydrateinheit entsprechen. Für die Anpassung der Insulindosis im Rahmen einer Insulintherapie sind diese Angaben erforderlich. Der normalgewichtige Typ-1-Diabetiker benötigt durchschnittlich 18-22 BE/Tag, um eine ausreichende Kohlenhydratversorgung sicherzustellen. Eine standardisierte Diabetes-Reduktionsdiät beim übergewichtigen Typ-2-Diabetiker beinhaltet 13 BE, die nach folgendem Schema auf 5 Mahlzeiten verteilt werden:


3 BE morgens
2 BE Zwischenmahlzeit
3 BE mittags
2 BE Zwischenmahlzeit
3 BE abends


BE (bzw. KHE) gibt es nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das richtige Abschätzen von BE-Gehalten in Nahrungsmitteln erfordert einige Erfahrung, die aber mit Hilfe von Waagen und BE-Tabellen schnell gewonnen werden kann. Der Fettgehalt und die Art der Kohlenhydrate in der Nahrung werden im BE-Konzept nicht berücksichtigt.

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, ist die Bezeichnung für eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Glukosekonzentration im Blut chronisch erhöht ist.

Ist die Produktion des lebenswichtigen Hormons Insulin aus der Bauchspeicheldrüse gestört, fehlt es oder wirkt es nicht mehr ausreichend, können die Körperzellen den Energiebaustein Traubenzucker (Glukose) aus dem Blut nicht mehr richtig aufnehmen, verwerten und speichern. Dadurch sammelt sich Zucker messbar im Blut an und wird mit dem Harn ausgeschieden. Aus diesen Zusammenhängen ergab sich der medizinische Name der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus, was übersetzt „honigsüßer Durchfluss“ bedeutet. Die Ursachen der Krankheit sind ein Insulinmangel oder eine Insulinunempfindlichkeit. Bei einer Diabetes-Erkrankung müssen die Blutzuckerwerte regelmäßig kontrolliert und mit Hilfe von Diäten und speziellen Präparaten normalisiert werden, da eine nicht angemessene Behandlung schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann.

Diabeteskost

Diabeteskost wird meist von ärztlicher Seite verordnet. Bezüglich dieser Diätform gibt es Richtlinien der Deutschen Diabetesgesellschaft, die die Ernährung mit pflanzlichen, ballastreichen Lebensmitteln empfehlen und die Verwendung von tierischen und fettreichen Produkten einschränken. Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel werden durch süßstoffhaltige Speisen ersetzt, die kohlenhydratfrei und kalorienärmer sind. Eine kalorienreduzierte Diabeteskost kann beispielsweise 1500 Kcal pro Tag (=15 BE) beinhalten. Das entspräche einem ungefähr 52 %igen Gehalt an Kohlenhydraten. Die Anteile von Fett und Eiweiß lägen bei ca. 28 % bzw. 19 %.

Diabetisches Fußsyndrom

Der diabetische Fuß gehört zu den Folgeerkrankungen des Diabetes. Im Verlauf der Krankheit kommt es zur Bildung von Geschwüren (Ulcera) und schwer heilenden Wunden an den Füßen, die sich ausdehnen und im schlimmsten Fall auch zur Amputation führen können.

Amputationen kommen bei Diabetikern 40-mal häufiger vor als bei gesunden Menschen. Durch eine frühzeitige Therapie lassen sich 80-90 % der Fußamputationen verhindern. Deshalb sollte frühzeitig ein Arzt konsultiert werden.

Diabetisches Koma

Durch absoluten oder relativen Insulinmangel kann ein diabetisches Koma ausgelöst werden. Es wird zwischen zwei Arten des diabetischen Komas differenziert: dem ketoazidotischen und dem hyperosmolaren Koma. Das ketoazidotische Koma tritt bei einem Typ-1-Diabetiker mit absolutem Insulinmangel auf. (Siehe auch Ketoazidose!) Bereits ein relativer Insulinmangel kann ein hyperosmolare Koma bedingen. Es ist typisch für einen Typ-2-Diabetes. Es gibt bestimmte Warnzeichen, die auf ein bevorstehendes diabetisches Koma hindeuten können: Durst, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen und ein Acetongeruch des Atems. Das diabetische Koma ist sehr gefährlich, deshalb sollte dringend ein Notarzt gerufen werden.

Folgeerkrankungen

Die Ziele einer Diabetes-Therapie liegen in der Normalisierung der Blutzuckerwerte und in der Vermeidung extremer Blutzuckerschwankungen. Zu hohe Blutzuckerwerte können unterschiedliche Folgeerkrankungen bedingen. Dazu gehören das diabetische Fußsyndrom, Arteriosklerose, Veränderungen der Nierengefäße (Nephropathie), Nervenstörungen (Neuropathie), gastrointestinale Störungen, dermatologische Erkrankungen und Sexualstörungen.

Durch den hohen Zuckergehalt im Blut verengen sich die Blutgefäße. Stoffe aus dem Zucker können sich in den Innenwänden der Kapillaren anreichern, diese verstärken und gleichzeitig durchlässig werden lassen. Durch diese verstärkten Wände wird die Versorgung von Haut und Nerven mit Blut gehemmt. Durch den hohen Blutzuckerspiegel ansteigende Blutfettwerte können zu Arteriosklerose führen. Im Zeitverlauf werden Herz, Gehirn, Beine, Augen, Nieren, Nerven und Haut durch die verminderte Blutversorgung geschädigt. In schlimmsten Fällen kann es zu koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche, Schlaganfällen und Nierenversagen kommen. Durch eine schlechte Durchblutung der Haut können Geschwüre und Infektionen entstehen und Wunden nur verlangsamt heilen. Auch Infektionen durch Bakterien und Pilze liegen bei Diabetikern weitaus häufiger vor. Schädigungen der Blutgefäße im Auge können bis zur Erblindung führen. Kitzeln, Brennen oder Schwäche in Armen und Beinen sind darüber hinaus Zeichen von Nervenschädigungen.

Glukose

Glukose, auch Traubenzucker oder Dextrose genannt, ist ein natürlicher Zucker, der in vielen süßen Früchten vorkommt. Chemisch ist er genauso aufgebaut wie die Glukose im Blut. (Siehe auch Blutzucker!)

Glusetoleranztest

Siehe Blutzuckerbelastungsprobe!

Glykämischer Index

Der Glykämische Index (GI), auch Glyx genannt, ist ein Maß, dass die Auswirkung eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel angibt. Je höher der Wert ist, desto schneller steigt der Blutzuckerspiegel an.

Die blutzuckersteigernde Wirkung von Traubenzucker bildet dabei den Referenzwert (100). Von einer Testperson wird so viel Traubenzucker bzw. das zu testende Lebensmittel gegessen, dass jeweils 100g Kohlenhydrate in der verzehrten Portion enthalten sind. Ein GI von 50 sagt aus, dass der Blutzuckeranstieg durch das bewertete Lebensmittels nur die Hälfte des Anstieges durch Glucose ausmacht.

Es gibt mehrere Diäten, die sich nach dem GI richten, zum Beispiel die Montignac-Methode, die Glyx-Diät und die Logi-Methode.

Hämoglobin

Den eisenhaltigen Blutfarbstoff nennt man Hämoglobin. Dieser Bestandteil der roten Blutkörperchen ermöglicht die Aufnahme von Sauerstoff und dessen Transport in die Körpergewebe. Glukose kann sich an Hämoglobin binden, wodurch HbA1, auch als Glykohämoglobin (GHb) bezeichnet, entstehen kann. Je höher der Blutzuckerspiegel und je länger dieser hohe Blutzuckerspiegel andauert, desto mehr HbA1 entsteht. Die Messung des HbA1 dient der Langzeitkontrolle des Blutzuckerspiegels bei Zuckerkranken. Bei dieser Verlaufskontrolle der Krankheit wird HbA1 zu Hämoglobin ins Verhältnis gesetzt.

Hyperglykämie

Unter dem Begriff Hyperglykämie (griech.: zu viel Zucker im Blut) versteht man eine Überzuckerung. Steigt der Blutzuckerspiegel für längere Zeit über den Normalbereich von 80 - 120 mg/dl (4,4 - 6,6 mmol/l) an, spricht man von Hyperglykämie. Hierbei handelt es sich nur um Richtwerte, d.h. für Diabetiker werden unter Umständen andere Zielwerte festgelegt.

Da ein erhöhter Blutzucker anfangs nur wenige Beschwerden verursacht, wird er meistens gar nicht bemerkt. Typische >b>Symptome des Überzuckers sind vermehrter Harndrang (Polyurie), starkes Durstgefühl (Polydipsie), juckende Haut (Pruritus), Abgeschlagenheit und Müdigkeit, chronische Infektionen, Gewichtsabnahme und Sehstörungen. Eine Überzuckerung kann bis zur Bewusstlosigkeit (Coma diabeticum) führen.

Steigt der Blutzucker über einen Wert von ungefähr 180 mg/dl (9,9 mmol/l) an, kann die Niere den Zucker nicht mehr zurückhalten und beginnt die Zuckerausscheidung mit dem Urin, in dem nun Glukose nachgewiesen werden kann. Man spricht in diesem Fall von einer Nierenschwelle. Sie ist bei jedem Mensch unterschiedlich und kann sich im Laufe des Lebens verändern. In der Schwangerschaft und bei Kindern ist sie z. B. niedriger, während sie im höheren Lebensalter ansteigt. Auch Medikamente können die Nierenschwelle beeinflussen. Glukose kann nachgewiesen werden.

Steigen die Blutzuckerwerte weiter an, kommt es zu Symptomen, die auf ein beginnendes diabetisches Koma hindeuten können: Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit wie auch eine Erschwerung der Atmung und ein Azetongeruch des Atems. Das diabetische Koma ist lebensbedrohend und sollte möglichst rasch ärztlich behandelt werden. Besser ist, wenn jeder Diabetiker diese Symptome kennt und die extrem hohen Blutzuckerwerte durch geeignete Maßnahmen erst gar nicht entstehen lässt. Dazu eignen sich regelmäßige Blutzuckerkontrollen.

Hypoglykämie

Eine Hypoglykämie ist eine Unterzuckerung, d. h. eine Komplikation, die plötzlich während der Insulintherapie oder der Behandlung mit Blutzucker senkenden Tabletten auftritt. Bei einer Unterzuckerung enthält das Blut ungewöhnlich wenig Zucker (Glukose). Sie kann sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetiker betreffen. Wenn der Zuckergehalt im Blut unter 40 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) sinkt, spricht man von einer Unterzuckerung.

Die Symptome einer Unterzuckerung können allerdings auch auftreten, wenn die Blutzuckerwerte weit über 50 mg/dl liegen - vorausgesetzt, das Blutzuckerniveau war vorher erhöht. So können Patienten mit einem Blutzuckerniveau von etwa 300 mg/dl bereits bei Werten um etwa 150 mg/dl Unterzuckerungssymptome bemerken. Diese so genannte Pseudo-Hypoglykämie verschwindet jedoch nach einigen Tagen, sobald sich der Stoffwechsel reguliert hat.

Man kann zwischen einer leichten und einer schweren Unterzuckerung differenzieren. Wenn eine leichte Unterzuckerung vorliegt, können sich Diabetiker durch die Aufnahme von Kohlenhydraten, wie z. B. in Cola, gesüßtem Fruchtsaft oder Traubenzucker, selbst helfen. Bei einer schweren Unterzuckerung müssen weitere Personen eingreifen und gegebenenfalls einen (Not-)Arzt zur Hilfe rufen. Es gilt, den Diabetikern schnell blutzuckerwirksame Kohlenhydrate zu verabreichen, z. B. Traubenzucker oder entsprechende Medikamente. In derartigen Fällen können Diabetiker nämlich in eine Bewusstlosigkeit fallen (Koma oder hypoglykämischer Schock).

Insulin

Insulin ist ein Hormon, das in den B-Zellen der Langerhans'schen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Die bei Stoffwechselgesunden täglich von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulinmenge liegt zwischen 25 und 40 Einheiten.

Insulin besteht aus zwei Eiweißketten, die über Doppelschwefelbrücken miteinander verbunden sind. Es dient der Blutzuckersenkung. Zusätzlich bewirkt Insulin unter anderem eine Hemmung des Zuckerneuaufbaus aus Bruchstücken von Zuckerbausteinen (z.B. bestimmte Eiweißanteile, Lactat) in der Leber sowie eine Hemmung des Fettabbaus.

Insulin wird zur Behandlung des Diabetes mellitus genutzt. Hinsichtlich der Herkunft wird zwischen Schweine-, Rinder- und Humaninsulin unterschieden. Die weitere Differenzierung resultiert aus der Geschwindigkeit des Wirkeintritts und der Wirkdauer: Normal- oder Altinsuline haben einen raschen Wirkungseintritt und halten verhältnismäßig kurz an. Den Depot-Insulinen sind Verzögerungsstoffe zugemischt, die eine Verlängerung der Wirkung auslösen. Depot-Insuline haben in der Regel einen trägen Wirkeintritt.

Insulin ist bei Zimmertemperatur mehrere Wochen haltbar. Bei längerer Lagerung sollten Temperaturen von +2 bis +8 C gewählt werden. Insulin ist maximal 2 Jahre haltbar.

Insulininjektionen

Insulininjektionen werden bei einem Diabetes mellitus zur Normalisierung des Blutzuckergehalts in das Unterhautfettgewebe (=subkutan) oder in die Bauchhöhle (=intraperitoneal) verabreicht. Dieses geschieht meist mit Hilfe von Stechhilfen.

Etwa 90 Prozent der Insulin spritzenden Menschen mit Diabetes mellitus in Deutschland nutzen heute sog. Insulinpens. Die Voraussetzung ist, dass entsprechend vorgefüllte Ampullen bzw. Patronen für einen Pen verfügbar sind. Diese gibt es fast ausschließlich in der Konzentration U100. Diese Konzentration sagt aus, dass in 1 ml 100 Internationale Einheiten Insulin enthalten sind.

Die intensivierte konventionelle Insulintherapie, die eine Injektion von schnell wirkendem Insulin vor allen Hauptmahlzeiten vorsieht, begann Mitte der 80er-Jahre die konventionelle Therapie mit täglich nur zwei Injektionen zu verdrängen. Da durch den Pen - im Gegensatz zur Spritze - eine Injektion an jedem Ort einfach, d. h. unauffällig und ohne Aufziehen des Insulins in die Spritze möglich wurde, wurde er schnell zum unverzichtbaren Bestandteil der intensivierten Insulintherapie. Das Risiko für fehlerhaftes Aufziehen des Insulins, das insbesondere bei älteren Menschen auftreten kann, wird vermindert, wodurch sich eine Unabhängigkeit von fremder Hilfe ergibt. Die genannten Gründe können auch zu einer besseren Blutzuckereinstellung führen.

Die Patronen reichen für ca. ein bis zwei Wochen je nach dem täglichen Insulinbedarf. Alle Pen-Patronen enthalten U100-Insuline. Zu den Pens gehören die jeweiligen aufschraubbaren Insulinkanülen. Es ist nur sinnvoll, einen Pen zu verwenden, wenn man ihn regelmäßig benutzt. Angebrochene Insulinpatronen sollten nicht länger als vier Wochen in Gebrauch sein, danach ist die Wirkung des enthaltenen Insulins nicht mehr gewährleistet. Die Pens werden vom Arzt oder von der Ärztin verschrieben sowie im Rahmen einer Diabetiker-Schulung abgegeben.

Insulinmangel

Ein Insulinmangel tritt auf, wenn die Bauchspeicheldrüse kein oder nicht mehr genügend Insulin produzieren kann (Typ-1-Diabetes) oder dieses nicht mehr ausreichend wirken kann (Typ-2-Diabetes). Unterschiedliche Körperfunktionen werden dadurch beeinträchtigt: Der Blutzuckerspiegel wird nicht ausreichend gesenkt und die Verwertung von Zucker, Eiweiß und Fett ist gestört.

Insulinpen

Siehe Insulininjektionen!

Insulinpumpen

Insulinpumpen sind kleine Infusionsgeräte, die am Körper getragen werden. Über einen Katheter und eine unter der Haut liegende Nadel führen sie dem Körper rund um die Uhr Insulin zu. Aus diesem Grund wird diese Therapieform kontinuierliche subkutane Insulininfusion (CSII) genannt. Die Therapie mit einer Insulinpumpe ist die einzige Form der Insulinbehandlung, die die Insulinabgabe weitgehend an den natürlichen Insulinbedarf des Körpers anpasst. Zu den Mahlzeiten kann die Pumpe so eingestellt werden, dass eine zusätzliche Insulinmenge (Bolus) abgegeben wird. Nach zwei bis drei Tagen muss der Katheter erneuert werden. Insulinpumpenträger müssen intensiv geschult werden, damit sie sich schnell an jede Situation anpassen können. Der Tagesablauf kann durch die Pumpentherapie sehr flexibel gestaltet werden. Allerdings ist diese Therapieform viel teurer als die Therapie mit Spritze oder Pen. Sie wird deshalb nur bei speziellen Indikationen bei einer Typ-1-Diabetes eingesetzt.

Insulinresistenz

Unter Insulinresistenz versteht man, dass der Körper bzw. die Zellen unempfindlicher gegenüber Insulin werden. In diesem Fall ist die produzierte Insulinmenge nicht ausreichend, um den Blutzuckerspiegel normal zu halten. Der gesunde Körper nimmt Energie in Form von Kohlenhydraten auf, die der Magen-Darm-Trakt in Zuckerbausteine aufspaltet und ins Blut aufnimmt (→ Blutzucker). Bei einem Anstieg der Blutzuckerkonzentration im Blut wird aus bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse (den sog. Langerhanszellen) das Hormon Insulin ins Blut abgegeben. Dieser Vorgang ist notwendig, da der Blutzucker nur mit Insulin als Schlüssel in die einzelnen Körperzellen gelangen kann. Ohne Insulin ist die Blutzuckerkonzentration im Blut sehr hoch, aber die Organe „verhungern“, weil kein Zucker hineingelangt. Das resultiert daraus, dass die Organe immer mehr Insulin benötigen, bis sie den Blutzucker in die Zellen hineinlassen. Der im Blut überschüssige Zucker wird mit dem Harn ausgeschieden, was dazu führt, dass der Urin süß wird. Übergewicht kann ein Grund für Insulinresistenz sein. (Vgl. Typ-2-Diabetes)

Ketoazidose

Unter Ketoazidose versteht man einen Vorgang des Fettabbaus durch Insulinmangel, bei dem Ketone entstehen, die das Blut sauer reagieren lassen. Die Zellen können den im Blut reichlich vorhandenen Zucker ohne Insulin nicht verwerten. Aus diesem Grund nutzen sie andere Energiequellen und bauen so Fette ab, was meist eine radikale Gewichtsabnahme zur Folge hat. Bei diesem Vorgang entstehen Ketone, d. h. Substanzen, die eine Übersäuerung des Blutes bedingen und als Folgen Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Bauchschmerzen nach sich ziehen können. Der Atem des Erkrankten riecht meist nach Nagellackentferner und die Atmung wird tief und schnell, womit der Körper versucht, den Säuregehalt des Blutes zu korrigieren. Diese Übersäuerung kann sämtliche Stoffwechselvorgänge des Körpers, wie z. B. den Kaliumhaushalt und die Blutfettwerte beeinflussen. Eine unbehandelte Ketoazidose kann – manchmal sogar innerhalb weniger Stunden – ins Koma führen.

Messmethoden

Zur Selbstkontrolle bei Diabetes mellitus sind vor allem zwei Messmethoden zu empfehlen: die optische und die amperometrische Messung. Bei einer Messung müssen zuerst die Hände gereinigt werden, damit kleine Schmutzpartikel die Ergebnisse nicht verändern. Dann startet man das entsprechende Gerät und führt das Messstäbchen ein. Danach sticht man sich mit Hilfe einer Stechhilfe in die Seite der Fingerkuppe und trägt das austretende Blut auf die dafür vorgesehene Messstelle auf. Nach kurzer Zeit kann der Blutzucker-Wert abgelesen werden. Da die Vorgehensweise von Gerät zu Gerät leicht variiert, muss auf jeden Fall die zum Gerät gehörende Gebrauchsanweisung gelesen werden.

Die häufig angewandte optische Messung misst den Blutzuckerwert anhand der Farbveränderung des Testfeldes. Die amperometrische Messung hingegen funktioniert mit Hilfe von elektrischer Spannung. Sie misst die Stromstärke, die durch das Blut geleitet wird. Aus dem Verlauf der Stromstärke ermittelt sie den Blutzuckerwert.

Nephropathie

Die Nephropathie ist eine durch Diabetes mellitus verursachte Veränderung der Nierengefäße, die die Nierenfunktion einschränken kann. Ein Symptom für diese Erkrankung ist die Ausscheidung von kleinsten Eiweißmengen mit dem Urin (Albuminurie). Dafür können aber auch andere Einflüsse wie z. B. ein Harnwegsinfekt verantwortlich sein. Bei einer Eiweißausscheidung bis zu ungefähr 300mg/l spricht man von einer Mikroalbuminurie. Eine Makroalbuminurie mit Werten über 300mg/l ist besorgniserregend und kann zu einer sog. Niereninsuffizienz führen.

Neuropathie

Unter einer diabetischen oder peripheren Neuropathie versteht man die Gesamtheit der durch Typ-1- und Typ-2-Diabetes verursachten Nervenstörungen. Diese können sich durch Verminderungen des Berührungs-, Schmerz- und Temperaturempfindens, Kribbeln, Schmerzen oder Brennen sowie durch verminderte Reflexe und Muskellähmungen - vor allem in Füßen und Beinen - äußern. Darüber hinaus können auch Störungen auftreten, die das vegetative Nervensystem betreffen, wie z. B. Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte oder Bewegungs- und Funktionsstörungen von Magen, Darm und Speiseröhre.

Erkrankungen des Nervensystems im Rahmen eines Diabetes mellitus sind sehr häufig. Dabei hängt das Erkrankungsrisiko von der Dauer des Diabetes und der Stoffwechsellage ab. Nach 10-jähriger Krankheitsdauer ist die Hälfte aller Diabetiker betroffen. Warum genau es zu Schädigungen der Nerven kommt, ist noch unklar. Die effizienteste Therapieform bei einer diabetischen Neuropathie ist die optimale Blutuzckereinstellung.

Niereninsuffizienz

Bei einer Abnahme der Nierenfunktion können bestimmte Stoffwechselprodukte nicht mehr ausreichend über die Niere ausgeschieden werden. Es kommt zur Niereninsuffizienz, die gegebenenfalls eine Dialyse erforderlich macht.

Normalwerte

Es gibt bestimmte Richtwerte bezüglich des Blutzuckers, sog. Normalwerte, die allerdings von Körper zu Körper variieren können. Beim Menschen liegen die Normalwerte des Blutzuckers nüchtern ungefähr zwischen 3,9 - 5.5 mmol/l, entsprechend 70 - 99 mg/dl und nach dem Frühstück bei bis zu maximal 8,9 mmol/l, entsprechend 160 mg/dl.

Achtung: Nüchternwerte > 5.5 mmol/l bzw. > 99 mg/dl lassen auf eine gestörte Glucosetoleranz oder gar auf Diabetes schließen!

Typische Normalwerte für verschiedene Altersstufen:

Blutzucker mg/dl mmol/l
Erwachsene 90 - 110 5,0 - 6,1
Jugendliche 90 - 110 5,0 - 6,1
Kleinkinder 80 - 110 4,4 - 6,1
Neugeborene 60 - 90 3,3 - 5,5

Prophylaxe

Eine stabile Stoffwechsellage ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Prophylaxe. Sie dient der Prävention von Folgeerkrankungen.

Retinopathie

Die diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut, die durch Diabetes mellitus hervorgerufen werden kann. Durch eine Schädigung kleiner Blutgefäße (Mikroangiopathie) kann die Sehschärfe vermindert werden. Bei Verstärkung der Symptomatik kann diese Krankheit bis zur Erblindung führen.

Schwangerschaftsdiabetes

Unter Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, versteht man einen erhöhten Blutzuckerspiegel der Mutter während der Schwangerschaft.

In den Industrienationen kommt es bei fast fünf Prozent aller Schwangerschaften zu Schwangerschaftsdiabetes, die sich etwa ab dem siebten Schwangerschaftsmonat äußert. Nach der Geburt bildet sich der Schwangerschaftsdiabetes meist zurück; in äußerst seltenen Fällen handelt es sich auch um einen unerkannten Diabetes mellitus.

Allerdings können viele dieser Frauen später an Typ-2-Diabetes erkranken. Wird die Erkrankung nicht behandelt, besteht ein erhöhtes Risiko für Gesundheitsschäden bei Mutter und Kind. Die meisten Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes können nicht so viel Insulin produzieren, wie ihr Körper in der späteren Schwangerschaft benötigt. Um ihren Blutzuckerspiegel im Normalbereich zu halten, kann das Spritzen von Insulin notwendig werden. Routinemäßige Blutzuckerkontrollen oder bei erhöhtem Risiko auch ein oraler Glukosetoleranztest sind zum Schutz des Kindes erforderlich.

Bei guter Einstellung des Blutzuckers durch Diät oder Insulin können Folgeschäden wie z. B. eine erhöhte Fehlgeburtenrate, ein Geburtsgewicht über 4.000 g (Makrosomie) oder unfertige innere Organe beim Kind weitgehend abgewehrt werden.

Symptome

Symptome von Diabetes mellitus sind bei beiden Typen recht ähnlich, wobei man beachten sollte, dass bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oft jahrelang keine Symptome auftreten.

Ein Hauptsymptom von Diabetikern ist die Zuckerausscheidung im Urin, die eine zusätzliche Wasserausscheidung der Nieren und damit verbunden eine erhöhte Ausscheidungsmenge von Urin bedingt. Das zieht ein hohes Durstgefühl nach sich. Aufgrund des gestörten Stoffwechsels kommt es darüber hinaus zum Gewichtsverlust. Weitere allgemein beobachtbare Symptome können Benommenheit, Leistungsminderung, verschwommenes Sehen und Übelkeit sein. Weitere Informationen über die Symptomatiken sind in den Artikeln über Typ-1- und Typ-2-Diabetes nachzulesen!

Teststreifen

Es gibt verschiedene Arten von Teststreifen, die bei einer Diabeteserkrankung von Bedeutung sein können. Zum einen benötigt ein Diabetiker Teststreifen, um den Blutzuckerwert mit Hilfe eines Messgerätes selbst zu bestimmen. Darüber hinaus gibt es Teststreifen, mit denen ein Diabetiker seinen Harnzucker kontrollieren kann. Die gemessenen Werte sollten in einem Diabetiker-Tagebuch dokumentiert werden.

Therapie

Während dem Typ-1-Diabetes mit einer lebenslangen Insulintherapie entgegengewirkt werden muss, reicht es bei einer Erkrankung vom Typ 2 meist aus, sich mehr zu bewegen und die Ernährung umzustellen.

Es gibt einen sog. Stufenplan, bei dem der HbA1-Wert als Referenz angenommen wird. In Stufe 1 versucht man zunächst eine Gewichtsreduktion durch eine Umstellung der Ernährung und des Lebenswandels sowie durch mehr Bewegung in Kombination mit Schulungen zum Thema zu erreichen. Der Zielwert ist ein HbA1-Wert von unter 7 %. Wird dieser Wert durch derartige Maßnahmen nach 3 Monaten nicht bewirkt, tritt die Therapie in die 2. Stufe ein. Es werden zusätzlich Medikamente angewendet; die Dosierung richtet sich dabei nach Gewicht und Indikation. Ist der HbA1-Wert nach weiteren 3 Monaten immer noch nicht unter eine Grenze von 7 % gerückt, sollte die Medikation um ein weiteres Antidiabetikum ergänzt werden. Wird der Wert in den folgenden 3 Monaten durch die Therapieform der 3. Stufe nicht angemessen gesenkt, wird in Stufe 4 eine zusätzliche Gabe von „Bedtime-Verzögerungs-Insulin“ empfohlen. Als letzte Alternative bleibt die Anwendung einer Insulinpumpe, die den Insulinhaushalt gleichmäßig stabilisiert.

Typ-1-Diabetes

Bei diesem Krankheitstyp werden die Insulin produzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse durch eine Entzündungsreaktion zerstört, die wahrscheinlich schon in frühester Kindheit ansetzt und sehr oft vor dem 30. Lebensjahr ausbricht. Dadurch kommt es zu einem zunehmenden Insulinmangel. Bei einer Vernichtung von 80 bis 90 Prozent der Beta-Zellen, spricht man von einer Typ-1-Diabetes, bei der zunächst noch ein Rückstand von Insulin im Körper verbleibt. Das fehlende Hormon Insulin muss in Form von Insulinpräparaten zugeführt werden. Als Ursache dieser Erkrankung wird oft eine Viruserkrankung oder ein Nahrungsbestandteil vermutet, der die Zellen des Immunsystems veranlasst, die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zu zerstören. Symptome für eine Erkrankung dieser Typisierung können ein auffälliger Blutzuckeranstieg und infolgedessen ein extremer Wasser- und Nährstoffverlust sein, der teilweise sogar zu einer Austrocknung einhergehend mit Schwäche, Teilnahmslosigkeit und schnellem Puls führen kann. Ein Teil der Betroffenen entwickelt zu Beginn der Erkrankung eine diabetische Ketoazidose, wobei das Blut übersäuert wird und der Patient sogar ins Koma fallen kann.

Typ-2-Diabetes

Unter Typ-2-Diabetes versteht man eine Störung, bei der Insulin zwar vorhanden ist, an seinem Zielort, den Zellmembranen, aber nicht richtig wirken kann. Da die Zellen zunehmend unempfindlicher gegenüber dem Insulin werden, ist die Produktion nicht mehr ausreichend, um die Blutzuckerspiegel im Normalbereich zu halten. In diesem Fall spricht man von einer Insulinresistenz. In den ersten Lebensjahrzehnten kann die Bauchspeicheldrüse diesen Mangel durch die Produktion hoher Insulinmengen kompensieren. Diese überhöhte Insulinproduktion kann der Körper aber nicht lebenslang aufrechterhalten. Die produzierte Insulinmenge reicht irgendwann nicht mehr aus, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Es kommt zum Ausbruch der Krankheit. Ein Typ-2-Diabetiker hat zwar noch viel mehr körpereigenes Insulin als ein Mensch mit gesundem Stoffwechsel, für den eigenen Bedarf ist es aber nicht mehr ausreichend (relativer Insulinmangel). Früher hatte diese Form der Diabetes den Beinamen Altersdiabetes, weil sie in der Regel erst nach dem 30. Lebensjahr auftrat. Heutzutage wird Typ-2-Diabetes auch bei immer mehr jüngeren Menschen diagnostiziert, sogar bei Jugendlichen, weshalb der Begriff „Altersdiabetes“ nicht mehr angebracht ist. Hinter angeborener Insulinresistenz steckt durchaus ein biologischer Sinn. Die hohe Insulinausschüttung kann in Hungersnot das Überleben sichern, da die zugeführten Kalorien effizient aufgenommen werden. Menschen mit angeborener Insulinresistenz sind „gute Futterverwerter“ und neigen deshalb oft bereits in der Kindheit zu Übergewicht. In Ländern der Dritten Welt findet man überdurchschnittlich viele Menschen mit Insulinresistenz. Steigt in diesen Ländern der Wohlstand, so kommt es zu einer schnellen Ausbreitung der Erkrankung. Eine der Hauptursachen für einen Diabetes des zweiten Typs ist Übergewicht bzw. Fettleibigkeit. Aber auch bestimmte Krankheiten und Medikamente können beeinflussen, wie der Körper Insulin verwertet. Da die Symptome bei Typ-2-Diabetes nicht eindeutig sind, wird die Krankheit oft nicht erkannt, nicht ernst genommen oder unzureichend behandelt. Aus diesem Grund fördern die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland seit 2003 einheitliche Diagnose- und Therapierichtlinien im Rahmen des so genannten Disease-Management-Programmes (DMP).

Unterzuckerung

Siehe Hypoglykämie!

Welt-Diabetes-Tag

Seit 1991 gibt es den Welt-Diabetes-Tag, der am 14. November begangen wird und die Aufmerksamkeit auf die Krankheit verstärken soll.

Zuckerprobe

Als Zuckerprobe bezeichnet man den Nachweis von Glukose in Flüssigkeiten. Bei Zuckerkrankheit wird der Harn auf Glukose untersucht.

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